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    Wenn die Eltern plötzlich zum Pflegefall werden

    Von CAREFINDUS Redaktion· fachlich geprüft· Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2026
    Herzlich lächelnde Seniorin in Schwarz-Weiß – Symbolbild
    Symbolbild

    Der Anruf kommt fast immer unerwartet. Die Mutter ist gestürzt, der Vater nach einem Schlaganfall im Krankenhaus – und plötzlich stehen erwachsene Kinder vor einer Aufgabe, auf die sie niemand vorbereitet hat. Die gute Nachricht: Niemand muss alles auf einmal regeln. Es gibt eine sinnvolle Reihenfolge.

    Erst durchatmen, dann sortieren

    In den ersten Tagen zählt nicht Perfektion, sondern Orientierung. Klären Sie zuerst die akute Versorgung: Ist der pflegebedürftige Mensch im Krankenhaus, übernimmt das gesetzlich vorgeschriebene Entlassmanagement die Organisation der Anschlussversorgung. Ist er zu Hause, geht es darum, die nächsten Tage zu überbrücken, bis dauerhafte Hilfe steht.

    Ihr Recht: zehn Tage Auszeit vom Job

    Pflegekraft betreut eine Seniorin – Symbolbild
    Symbolbild

    Viele Angehörige wissen nicht, dass sie sich bei einer akut auftretenden Pflegesituation kurzfristig vom Arbeitgeber freistellen lassen dürfen – bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr und pflegebedürftiger Person. Für diese Zeit gibt es auf Antrag bei der Pflegekasse das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatz. Eine Ankündigungsfrist gibt es nicht; Sie müssen die Verhinderung nur unverzüglich melden. Mehr dazu in unserem Ratgeber Pflege und Beruf vereinbaren.

    Den Pflegegrad beantragen – sofort

    Der wichtigste finanzielle Hebel ist der Pflegegrad. Ein formloser Anruf bei der Pflegekasse genügt, um den Antrag zu stellen – und das sollte schnell geschehen, denn Leistungen gibt es rückwirkend erst ab dem Monat der Antragstellung. Wie die Begutachtung abläuft, lesen Sie unter Pflegegrad beantragen; eine erste Einschätzung liefert der Pflegegrad-Rechner.

    Die Lücke überbrücken: Kurzzeitpflege

    Wenn die häusliche Pflege noch nicht organisiert ist, hilft die Kurzzeitpflege – eine vorübergehende vollstationäre Versorgung, oft direkt nach dem Krankenhaus. So gewinnen Sie Zeit, ohne dass Ihre Eltern allein bleiben.

    Dauerhafte Versorgung organisieren

    Für die häusliche Pflege brauchen Sie meist einen ambulanten Pflegedienst – für die Grundpflege und, auf ärztliche Verordnung, für die Behandlungspflege. Statt Dutzende Dienste abzutelefonieren, beschreiben Sie Ihren Bedarf einmal über CAREFINDUS und erhalten passende Anbieter aus der Region. Reicht das nicht, ist eine 24-Stunden-Betreuung eine Option.

    An sich selbst denken

    Angehörige geraten schnell in die Rolle der Dauerverfügbaren. Verhinderungspflege, Tagespflege und der Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich sind ausdrücklich dafür da, Sie zu entlasten. Wer früh Hilfe annimmt, hält länger durch.

    Jetzt kostenlose Pflegeanfrage starten – wir finden passende Pflegedienste in Ihrer Nähe.